Das Hockende Weib an den Dörenther Klippen – Sage & Wanderung bei Brochterbeck
2024-09-17
Das Hockende Weib – das Wahrzeichen der Dörenther Klippen
Hoch über dem Südwesthang des Teutoburger Waldes ragt eine der bekanntesten Felsformationen Westfalens aus dem Wald: das Hockende Weib. Der markante Sandsteinfelsen erinnert an eine kauernde Frau und gilt als Wahrzeichen von Ibbenbüren. Er bildet den westnordwestlichen Abschluss der rund vier Kilometer langen Dörenther Klippen – einer imposanten Kette freistehender Felsen im Tecklenburger Land.
Die bis zu 40 Meter hohen Klippen bestehen aus Osning-Sandstein, der vor etwa 120 Millionen Jahren in der Kreidezeit entstand und an der Osning-Störung um rund 45 Grad aufgerichtet wurde. Seit 2003 stehen die Dörenther Klippen mit ihren umgebenden Wäldern als rund 59 Hektar großes Naturschutzgebiet unter Schutz; als Teil des europäischen Natura-2000-Netzes gehören sie zum FFH-Gebiet „Sandsteinzug Teutoburger Wald". Über 150 Moos- und Flechtenarten wachsen hier, und in den steilen Felsen brütet sogar der Uhu.
Die Sage vom Hockenden Weib
Um den Felsen rankt sich eine tragische Sage, die man sich in der Region seit Generationen erzählt.
In alter Zeit sollen die Fluten des Meeres oft tief ins Land bis an die Berge gereicht haben. Am Fuße der Dörenther Klippen lebte eine Frau mit ihren Kindern in einer kleinen Hütte. Als das Wasser eines Tages bedrohlich schnell stieg, nahm sie ihre Kinder auf den Arm und trug sie hinauf auf den Berg. Voller Entsetzen musste sie mit ansehen, wie die Flut immer weiter stieg. Als ihr das Wasser schließlich bis an die Füße reichte, hockte sie sich nieder, hieß die Kinder auf ihre Schultern steigen und begann zu beten. Als sie sich wieder aufrichten wollte, war sie zu einem Felsen geworden, der die Kinder hoch über den Fluten trug und sie so vor dem Ertrinken bewahrte.
So wurde aus der opferbereiten Mutter der Felsen, den man bis heute das Hockende Weib nennt. Die Geschichte lebt auch im Gedicht „Die Dörenther Klippen und das hockende Weib" mit den Anfangszeilen „Das Wasser! Das Wasser! Es kommt, es kommt!" fort. Seit 2002 greift eine Sandstein-Skulptur vor dem Ibbenbürener Rathaus die Sage in moderner Form auf.
Wanderung zum Hockenden Weib – direkt ab Brochterbeck
Das Schöne für Gäste unserer Ferienwohnung in Brochterbeck: Die Dörenther Klippen beginnen praktisch vor der Haustür. Brochterbeck liegt am südlichen Fuß der Klippen im Bocketal, sodass Sie das Hockende Weib bequem zu Fuß erwandern können.
Oberhalb der Felsköpfe verläuft der Hermannsweg, einer der beliebtesten Fernwanderwege Deutschlands. Wer eine Rundtour bevorzugt, folgt der zertifizierten Teutoschleife Dörenther Klippen – einer rund 9,4 Kilometer langen Premium-Wanderung mit herrlichen Ausblicken über das Tecklenburger Land bis ins Münsterland. Direkt am Weg beim Hockenden Weib lädt die Almhütte mit ihrer Aussichtsplattform zur Rast ein.
Anfahrt: Mit dem Auto erreichen Sie den Wanderparkplatz Dörenther Klippen an der B 219; von dort sind es etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuß. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren Sie ab dem Bahnhof Ibbenbüren mit der RVM-Linie 63 Richtung Riesenbeck bis zur Haltestelle „Dörenther Berg". Von Mai bis Oktober verkehrt an Sonn- und Feiertagen zusätzlich der Fahrrad- und Wanderbus F 10.
Tipp: Nehmen Sie festes Schuhwerk mit – die Pfade an den Felsen sind teils wurzelig und steil. Bitte bleiben Sie auf den Wegen, um die seltene Fels- und Moosvegetation im Naturschutzgebiet zu schützen.
So finden Sie hin
Hockendes Weib, Dörenther Klippen









