Dülmener Wildpferde & Wildpferdefang: der perfekte Tagesausflug ab Brochterbeck
2021-03-18
Dülmener Wildpferde – Deutschlands letzte halbwilde Herde
Nur etwa eine Autostunde von Brochterbeck entfernt lebt eine echte Rarität: die Dülmener Wildpferde. Im Merfelder Bruch bei Dülmen zieht Deutschlands einzige große Herde, die ganzjährig weitgehend sich selbst überlassen bleibt, durch Heide, Wald und Wiesen. Der Besuch – und erst recht der berühmte Wildpferdefang am letzten Samstag im Mai – ist ein unvergesslicher Tagesausflug und ein Höhepunkt jedes Aufenthalts im Tecklenburger Land.
Deutschlands halbwilde Pferdeherde
Rund 300 bis 400 Pferde leben im etwa 350 Hektar großen Naturschutzgebiet „Wildpferdebahn im Merfelder Bruch“ – geschützt, aber weitgehend ohne menschliches Zutun. Sie bilden Familienverbände aus verwandten Stuten und ihren Fohlen, angeführt von einer Leitstute. Die genügsamen, meist falbfarbenen Ponys mit dem typischen Aalstrich zählen zu den ältesten deutschen Pferderassen und wurden bereits 1316 erstmals urkundlich erwähnt. Biologisch sind sie keine echten Wildpferde – der Name beschreibt ihre halbwilde Lebensweise.
Der Wildpferdefang – ein einzigartiges Schauspiel
Am letzten Samstag im Mai findet der weithin bekannte Wildpferdefang statt: Junge Hengste werden von kräftigen Fängern mit bloßen Händen – ohne Lasso oder Hilfsmittel – aus der Herde gegriffen und anschließend versteigert. So bleiben Herde und Rasse gesund und stabil. Zehntausende Zuschauer verfolgen das Spektakel in der Arena. Bewahrt wird diese Tradition seit 1847 von der Familie der Herzöge von Croÿ, die damals die letzten wildlebenden Pferde vor dem Aussterben rettete.
Ganzjährig zu Besuch
Die Herde lässt sich das ganze Jahr über beobachten: Vom Eingang der Wildpferdebahn führen Wege zu den weiten Flächen, wo die Pferde je nach Jahreszeit grasen. Besonders schön ist der Anblick der Fohlen im Frühsommer. Der Ausflug lässt sich gut mit einem Bummel durch die Stadt Dülmen oder einer Tour durch den Naturpark Hohe Mark verbinden.
Auf einen Blick
- Wo: Wildpferdebahn im Merfelder Bruch, Dülmen (Münsterland, NRW)
- Herde: rund 300–400 halbwilde Dülmener Pferde, ganzjährig frei
- Wildpferdefang: jährlich am letzten Samstag im Mai
- Entfernung: ca. 1 Autostunde (rund 70 km) ab Brochterbeck
- Tipp: zum Fang früh anreisen; festes Schuhwerk und Fernglas mitnehmen
Ideales Basislager für den Ausflug ist unsere Ferienwohnung in Brochterbeck: morgens gemütlich losfahren, die Wildpferde erleben und abends entspannt zurückkehren. Die Karte unten zeigt den Merfelder Bruch; das Haus-Symbol (🏠) markiert die Lage der Unterkunft.